Dienstag, 25. September 2012

Lied vom Nebel


Lied vom Nebel

Nebel spinnen sacht und leise
heimlich in des Herbstes Nacht
ein seichtes Tuch auf ihre Weise
ein Gespinst von größter Pracht

Einmal dicht wie eine Decke
dann wieder leicht gewoben
legt er sich in Wald und Hecke
ein auf und ab wie Meereswogen

Nebel spinnen sacht und leise
heimlich in des Herbstes Nacht
ein seichtes Tuch auf ihre Weise
ein Gespinst von größter Pracht

Des Morgens erster Sonnenstrahl
Lässt des Herbstes Nebel wallen
Der neue Tag hat nun die Wahl
Uns oder sich selber zu gefallen

Nebel spinnen sacht und leise
heimlich in des Herbstes Nacht
ein seichtes Tuch auf ihre Weise
ein Gespinst von größter Pracht

Der nächtliche Mondschein helle
dringt ein in Nebels dicke Schicht
nur für kurze Zeit und schnelle
ganz zart mit schwachem Licht

Nebel spinnen sacht und leise
heimlich in des Herbstes Nacht
ein seichtes Tuch auf ihre Weise
ein Gespinst von größter Pracht

© Hans-Peter Zürcher