Dienstag, 22. November 2016

Stumme Worte


Stumme Worte

ein Requiem

Wenn wir ihre Gesänge hören
Ihre stummen Klagelieder
Was ihnen Menschen angetan
Die ihren Lebensraum zerstören

Lieder vom Tod im Wahn der Zeit
Ein Requiem mit stummen Worten
Im Streben nach Macht und Geld
Sterben für nichts, ein ewig‘ Leid

Stumme Worte in eine große Welt
Mahnend und wohl wissend
Was vor Zeiten noch so schön war
Nun mit brachialer Gewalt zerfällt

Einst war die Welt ein Paradies
Wo die Natur noch durfte sein
Wo Meere noch Meere waren
Bald sind sie tot, ein düster‘ Verlies

© Hans-Peter Zürcher

Mittwoch, 16. November 2016

Klang der Berge


Klang der Berge

In die Berge als ein großer Dom
Spielt die Stille ihren feinen Ton
In sanften Wellen von da bis dort
Erfasst sie diesen geweihten Ort

Ein Horn beginnt leise zu klingen
Als ob tausend Engel lieblich singen
Durch Raum und Zeit sie schweben
Wo sich ihre Klänge fein verweben

Echos vibrieren und brechen die Zeit
Entschweben in weite Unendlichkeit
Herdengeläute spielen ihre Weise
Klänge verhallen in den Abend leise

In den Bergen als großer weiter Dom
Kehrt wieder Stille ein als feiner Ton
In sanften Wellen von da bis dort
Erfasst sie nun diesen geweihten Ort

© Hans-Peter Zürcher

Montag, 31. Oktober 2016

Wie die Stunden vergehen


Wie die Stunden vergehen
oder
Durch's Jahr

Leise küsst der Winter die Mutter Erde
Und verleiht ihr ein zart weißes Kleid
Damit sie sich erhole von ihrer Last
Die sie sich übers ganze Jahr getragen

Der Frühling dann mit seiner Milde
Weckt sie sanft aus ihrem tiefen Schlaf
Erst leise doch dann mit Vogelgesang
Schenkt sie Blüten Blätter und Blumen

Der Sommer treibt sein hitzig‘ Spiel
Tief blauer Himmel und Grüne Matten
Unermüdlich Frucht und Korn gedeihn’
Aus ihrem geweihten Schoss aus Erde

Bis im Herbst der Ernte grosser Lohn
Sie uns reich beschenkt mit ihrer Güte
Begleitet von Düften und bunten Farben
Blätter fallen von wo sie einst geboren

So schließt sich auch der ewige Kreis
Vom Werden vom Sein und Vergeh’n
 Still wird’s wieder auf Mutters Erden
Es wachen nur die dunklen Stunden

© Hans-Peter Zürcher

Samstag, 22. Oktober 2016

Herbstliche Träume...


Herbstliche Träume
oder
In die Herbststille lauschen

Wenn man in die Herbststille lauscht
Und die leisen Schwingungen
Der fallenden Blätter in sich aufnimmt

Den Hauch eines milden Luftzugs fühlt
Der sanft und leise den Blättern
Nochmal ein wenig Auftrieb verleiht

So dass sie dort ihre letzte Ruhe finden
Wo sie es sich wünschen
Nämlich in der Stille der Unendlichkeit

Dann kommt ein wenig Trauer auf
Die aber alsbald einmal
Durch milde Abendsonnen Trost findet

So werden diese Gedanken
Von der aufkeimenden Hoffnung
Auf das Kommende abgelöst

© Hans-Peter Zürcher

Samstag, 15. Oktober 2016

Edelweiss


Edelweiss

Sternen gleich die Blätter seiden
Sein Herz ziert reines Gold
Oben am Berg auf steilen Weiden
Blüht es so schön und hold

Ob im frühen Licht am Morgen
Oder im sanften Abendrot
Es erfreut und bannt die Sorgen
Auch so manche Liebesnot

Auch als der Liebe ihr Beweis
So wunderschön und zart
Edel in seinem strahlend Weiss
Erfreut es auf seine Art

Sternen gleich die Blätter seiden
Sein Herz ziert reines Gold
Oben am Berg auf steilen Weiden
Blüht es so schön und hold

© Hans-Peter Zürcher

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Des Lebens Klang


Des Lebens Klang

Auch wenn in uns der Herbst ist angekommen
Gleicht dieser einem zweiten Frühling dann.
Noch lange wird uns nicht die Kraft genommen
Um uns zu erfreuen am schönen Lebens-Klang.

© Hans-Peter Zürcher

Samstag, 8. Oktober 2016

Abend am Berg


Abend am Berg

Wo Gletscher einst den Boden küssten
Sich die Welt ins Blau verlor
Spriessen heute Baum und Blumen

Ein kühler Hauch winkt einem zu
Als wär’s ein eisig Atemzug
Der einem rau die Wangen küsst

Der Kühle folgt ein mildes Lüftchen
Im Wechselspiel vom Wind getragen
Ein Auf und Ab wie sanfte Wellen

Duft von Holz und feuchter Erde
Licht und Schattenspiele im Geäst
Durchbrechen Raum und Zeiten

Von des Berges hohen Flanken
Die von Sonnen aufgewärmt
Klingt des Adlers Ruf hernieder

Derweil kriechen erste Schattenbilder
Aus dem Tal den Berg hinan
Im Echo singender Alphornklänge

Der Tag flieht sachte nun dahin
Wie Wolken die vom Wind getragen
Ersehnend die Nacht mit ihrer Ruh

© Hans-Peter Zürcher

Freitag, 16. September 2016

Lied vom Nebel


Lied vom Nebel

Nebel spinnen sacht und leise
Heimlich in des Herbstes Nacht
Luzide Tücher auf ihre Weise
Gespinste von größter Pracht

Des Morgens erster Lichterstrahl
Lässt des Herbstes Nebel wallen
Der neue Tag hat nun die Wahl
Uns oder sich selber zu gefallen

Nebel spinnen sacht und leise
Heimlich in des Herbstes Nacht
Seichte Tücher auf ihre Weise
Gewebe von schönster Pracht

Manchmal dicht wie eine Decke
Dann wieder leicht gewoben
Legen sie sich in Wald und Hecke
Ein auf und ab wie Meereswogen

Nebel spinnen sacht und leise
Heimlich in des Herbstes Nacht
Luzide Tücher auf ihre Weise
Gespinste von größter Pracht

Alpenglühn blüht auf ganz hell
Durchdringt die Nebelschicht
Nur für kurze Zeit und schnell
Mit seinem feurig roten Licht

Nebel spinnen sacht und leise
Heimlich in des Herbstes Nacht
Seichte Tücher auf ihre Weise
Gewebe von schönster Pracht

© Hans-Peter Zürcher

Montag, 29. August 2016

Sommerhitze


Sommerhitze

Glühende Sommerhitze flimmert
Gleißend über Wald und Hain
Auf wellendem Wasser glimmert
Der vielen tausend Sterneschein

Dörr und trocken Gras und Tannen
Knistern in die Sommers heiße Glut
Kein Lüftchen mag die Hitze bannen
Vögel verlieren zum Singen den Mut

Flüsternde Stille drückt schwer lastend
Lädt ein zum Dösen und zum Schlaf
Nur einige Krähen flügeln hastend
Im Schatten da blökt ein Schaf

© Hans-Peter Zürcher

Donnerstag, 21. Juli 2016

Sommerhitze


Sommerhitze

Drückend heiss der Tag
Winde hecheln
durch flimmernde Stille

In der Hitze der Nacht
da sehnen wir uns
nach erfrischender Kühle

Regen, Blitz und Donner
aber hinterlassen
nichts als nur Schwüle

© Hans-Peter Zürcher