Samstag, 4. Juni 2011


Heimweg

Ein Berner namens Zürcher Hampe
Tut auf dem Heimweg gerne schlampe

Ein Bierchen da, ein Bierchen dort
Schon ist sein letztes Tram dann fort

Nun steht er da der arme Mann
Und muss zu Fuß nach Hause dann

So kommt’s wie’s kommen muss nun eben
Schließlich kann er nicht nach Hause schweben

In den frühen Morgenstunden nun wie immer
Schleicht er ganz leis ins angetraute Ehezimmer

Holt sich noch schnell einen Stuhl ganz sacht
Doch sein Annerösli ist ob diesem Krach erwacht

Sie ruft was soll denn dieser Stuhl hier oben
Und beschimpf den Hampe in Grund und Boden

Er setzt sich auf den Stuhl ganz keck und lacht
So sitz ich nun in der ersten Reihe wenn es kracht

Doch ob dem Geschrei wird ihm angst und bange
Denn dieses Theater das kennt er ja schon lange

So zieht es ihn dann eben zurück und fort
Mit dem ersten Tram an seinen Arbeitsort

Doch an diesem Abend wird der Zürcher Hampe
Wohl nicht mehr auf seinem Heimweg schlampe

© Hans-Peter Zürcher

Kommentare:

POESIE-LYRIK-HAIKU-KURZGESCHICHTEN-FOTOGRAFIE hat gesagt…

Ein wenig Ulk tut gut, auch mit einem eher ernsten Hintergrund...

...natürlch habe ich diese Zeilen ohne jeden Bezug auf mich oder andere Zürcher Hampe geschrieben...

Danke für's Lesen

Hans-Peter

Irmi hat gesagt…

Hihi - das habe ich auch nicht angenommen. Du hättest vielleicht ein Taxi genommen.
Aber das Gedicht ist einfach herrlich.
Liebe Abendgrüße sendet dir
Irmi